Adagietto | Styraburg Ensemble

12.10. 2018 | 19:30 Uhr | Stadtpfarrkirche

Das Styraburg Ensemble spielt in der Kammermusikfassung das berühmte «Adagietto» von Gustav Mahler. Weitere Werke von Samuel Barber, Antonio Vivaldi und Edvard Grieg stehen am Programm. Die Violine-Solistin Rusanda Panfili wird erstmals das Ensemble als Konzertmeisterin leiten.

Programm (keine Pause):
Antonio Vivaldi: Die vier Jahreszeiten - Winter, (1725) Op. 8, RV 297, Drei Sätze: Allegro non molto c f-Moll, Largo c Es-Dur, Allegro 3/8 f-Moll, 10´

Edvard Grieg: Holbergs Suite
(1884), Fünf Sätze: Präludium (Allegro vivace), Sarabande (Andante), Gavotte (Allegretto), Air (Andante religioso), Rigaudon (Allegro con brio), 22´

Samuel Barber: Adagio for Strings
(1938), 10´

Gustav Mahler: Adagietto (1901), 5. Symphonie, 4. Satz, 12´

Besetzung:

Rusanda Panfili / Violine
n.n. / Violine
n.n. / Violine
n.n. / Violine
n.n. / Violine
Wolfgang Prochaska / Viola
n.n. / Viola
Elisabeth Zeisner /Violoncello
n.n. /Violoncello
n.n. / Kontrabass
n.n.  / Harfe

Info:
Der Winter (aus: Die Vier Jahreszeiten) von Antonio Vivaldi beginnt mit einem dissonanten Staccato-Septakkord und erzeugt sofort eine charakteristisch kältestarrende, zitternde Atmosphäre. Die virtuose Solovioline unterbricht mit „erbarmungslosem” Wind; erst nach einem Drittel des Satzes formt sich in der Kälte ein echtes Ritornell aus, das laut Vivaldi Füßestampfen darstellt und den Satz auch beschließen wird. Das Anfangsmotiv repetierter Achtel bleibt aber ständig präsent; es beschleunigt sich sogar auf Sechzehntel und bildet nun Zähneklappern ab.

Der zweiteilige Mittelsatz ist wohl der zugänglichste und formal geschlossenste des Zyklus: Er zeigt die Behaglichkeit und Wärme am Kamin, während „draußen” der Regen an die Scheibe pocht. Der Gegensatz zwischen der Welt im Haus und der unwirtlichen Natur draußen könnte kaum größer sein.

Im Schlusssatz zieht ein Eisläufer seine Kreise; andere Menschen gehen vorsichtiger und setzen in der Glätte bedächtig die Schritte voreinander, bis plötzlich doch jemand hinfällt. Der Eisläufer aber läuft weiter und zeigt immer virtuosere Figuren, bis das Eis schließlich bricht. Wieder zu Hause, hören wir den Scirocco von fern durch die geschlossene Tür, bis urplötzlich wieder der Sturm losbricht – Scirocco und Boréas vereinigen sich und fegen alles hinweg.

Die Holberg Suite
von Edvard Grieg (Aus Holbergs Zeit – Suite im alten Stil) op. 40 ist eine fünfsätzige Suite in G-Dur, die er ursprünglich als Klavierwerk komponierte, die aber in einer von ihm selbst geschriebenen Version für Streichorchester bekannter wurde. Grieg komponierte die Suite anlässlich des 200. Geburtstags des dänisch-norwegischen Dichters Ludvig Holberg im Jahr 1884. Formal ist der Stil der Musik den typischen höfischen Tanz- und Liedformen des frühen 18. Jahrhunderts, also zu Lebzeiten Holbergs, nachempfunden, während die melodisch-harmonischen Anleihen in einem deutlich neoklassizistischen Stil gehalten sind.

Adagio for Strings von Samuel Barber ist ein Stück für Streichorchester, komponiert im Jahr 1938. Es ist ein Arrangement des 2. Satzes seines Streichquartetts String Quartet op. 11 aus dem Jahr 1936, das er während eines Studienaufenthalts am Wolfgangsee bei Salzburg komponierte.

Das Adagietto (4. Satz, sehr langsam) von Gustav Mahler stellt den Ruhepunkt der 5. Sinfonie dar. Die Instrumentierung besteht nur aus Streichern und Harfe. Eine schwebende Metrik und Melodik lässt den Eindruck zerbrechlicher Intimität entstehen. Gerade deshalb wurde der Satz immer wieder als Liebeserklärung Mahlers an seine Frau Alma interpretiert. Markant ist das Einschwingen der Harfen, bevor sich das Thema in den Streichern entfaltet. Langsam entwickelt sich im Anschluss eine dynamische Steigerung. Dieser dramatische Höhepunkt ist in höchst freier Chromatik gestaltet und geht, wie es für Mahler typisch ist, in mehreren Wellen vor sich. Er beruhigt sich durch die Wiederkehr des Hauptthemas. Der Mittelteil des dreiteiligen Satzes bringt einen neuen Gedanken, ohne jedoch eine Stimmungsänderung zu bewirken. Der Satz verklingt nach der Rückkehr des Hauptthemas friedlich und nahezu entrückt in pianissimo.

Das Adagietto ist eine musikalische Huldigung an Alma Mahler. In der Partitur, die er seinem Freund, dem Dirigenten Willem Mengelberg, gegeben hatte, kann man einen Eintrag des Besitzers lesen:„Dieses Adagietto war eine Liebeserklärung an Alma! Statt eines Briefes sandte er ihr dieses im Manuskript: weiter kein Wort dazu. Sie hat es verstanden und schrieb ihm, er solle kommen!!! Beide haben mir dies erzählt. Willem Mengelberg"

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Freitag 12.10. 2018, 19:30 Uhr
Stadtpfarrkirche Steyr
Ticket € 30 / 40

Karten / Tickets
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