Künstlerbücher als künstlerisches Experimentierfeld

Vortrag von Dr. Martin Miersch

Vorgestellt werden die bedeutendsten Künstlerbücher (Picasso, Miro, Kubin, Dali, Kelmscott Press, Kokoschka, Max Ernst, Matisse, Slevogt, Beardsley, Anselm Kiefer)

Künstlerbücher sind eigenständige Kunstwerke, die allgemein das Buch zum Gegenstand eines künstlerischen Konzepts gemacht haben; in der Kunst der Gegenwart überschritten diese Konzepte auch die Grenzen des Buches als Objekt. Künstlerbücher werden als Originalarbeit von Künstlerhand geschaffen oder erscheinen nach der Idee des Multiples auch in autorisierten Auflagen. Sie erzählen Geschichten, sind Manifeste, Archive oder politische Proklamationen. Sie brechen mit traditionellen Formen der Gestaltung, eröffnen neue Räume, sind programmatisch, narrativ, spielerisch oder auch abgründig. Das Buch wird zum Experimentierfeld für neue Konzepte. Nach zaghaften Versuchen Ende des 19. Jahrhunderts begannen Künstler verschiedener Kunstströmungen ab den 1920er-Jahren mit dem Medium Buch zu experimentieren. Als Pioniere gelten Künstler wie Kokoschka, Dubuffet und Matisse sowie die typographischen Arbeiten von Marinetti und Schwitters. Im Gefolge von Fluxus und Konzeptkunst entstanden in den sechziger Jahren Buchobjekte und bibliophile Multiples. Unkonventionelle Materialien wie Plexiglas, Holz, Fell, Lebensmittel, Samen, Bambus etc. wurden entdeckt.


Mittwoch 30.05. 2018 / 20:00 Uhr
Schlossatelier / Eintritt: 10 Euro
tickets(at)styraburg.com
Freier Eintritt für die Teilnehmer*innen der Kunstwoche!