Hans-Dieter Knebel


Hans Dieter Knebel ist ein deutscher Theatermann und seit 1986 Burgschauspieler.

Leben und Werk
Sein erstes Engagement erhielt Knebel 1978 am Schauspielhaus Bochum – als Schauspieler und Regieassistent von Werner Schroeter, Marcel Bluval und Pina Bausch. Diese übertrug ihm auch – in Versuch über Macbeth – die erste Hauptrolle. Von 1979 bis 1981 war er Mitglied des Wuppertaler Tanztheater, wirkte in allen laufenden Produktionen mit, übernahm die Rolle des Blaubart im gleichnamigen Stück von Pina Bausch und gastierte mit dem Ensemble in Paris, Berlin und Belgrad, in Südamerika und Israel.

1981 kehrte er als Schauspieler ans Schauspielhaus Bochum zurück. Dort spielte er u. a. in Heiner Müller Revolutionsdrama Der Auftrag in der Regie des Autors, die Rolle des Eginhardt in der Claus Peymann-Inszenierung von Kleists Hermannsschlacht, die auch für das Fernsehen ausgezeichnet wurde, und in der Manfred Karge-Inszenierung von Südpol. Mit den Bochumern absolvierte Knebel auch zahlreiche Gastspiele, u. a. mit Schillers Räubern beim Pepsico Summer Festival in New York.

1986 nahm Peymann den Schauspieler mit nach Wien, seither ist Knebel Mitglied des Burgtheater-Ensembles. Dort spielte er in kleineren und größeren Rollen, u. a. die Titelrolle in Achim Freyers Phaeton-Inszenierung und den Wasserverkäufer in Brechts Der gute Mensch von Sezuan in einer Karge-Inszenierung. Er arbeitete u. a. mit den Regisseuren Peter Zadek, George Tabori, Nicolas Stemann und Andrea Breth. Seine Darstellung des Sporner in Nestroys Zerrissenem wurde 2001 fürs Fernsehen aufgezeichnet.

Knebels große Bühne ist die kleinste des Burgtheaters, das Vestibül, in dem er mehrfach große persönliche Erfolge erzielen könnte - sei es in Solo-Programmen, wie dem Christian-Morgenstern-Abend Der Nachtschelm & das Siebenschwein (2003) und der Peter-Turrini-Lesung Endlich Schluss (2009), oder in theatralischen Experimenten, wie Bastian Krafts Schöner lügen - Hochstapler bekennen (2008) und Endstation Jonestown (2009), einem Abend von Nora Hertlein und Veronika Maurer nach Originaldokumenten zum Massenmord und Massenselbstmord in Jonestown.

2009 gastierte er als Steward in der Matthias-Hartmann-Inszenierung von Thomas Bernhards Immanuel Kant am Schauspielhaus Zürich. Diese Produktion übersiedelte im September desselben Jahres als Österreichische Erstaufführung ans Burgtheater. In Andrea Breths Hamlet-Inszenierung vom September 2013 übernahm Knebel den 2. Totengräber und war einer der Schauspieler in Hamlets Truppe.

Bei den Salzburger Festspielen verkörperte er von 1996 bis 2001 den Dicken Vetter in Hofmannsthals Jedermann am Domplatz, das Fernsehen zeichnete diese Produktion im Jahr 2000 auf. 2002 und 2003 gastierte er in zwei Shakespeare-Produktionen bei den Sommerfestspielen Rosenburg, im Sommernachtstraum und als Pater Lorenzo in Romeo und Julia. Von 2004 bis 2009 wirkte Knebel bei den Festspielen Reichenau mit, 2009 übernahm er eine Hauptrolle im Musical High Society am Stadttheater Baden.
2011 war er der Hauptdarsteller in Bernd Roger Bienerts Kultproduktion The Puzzled Wife am Kosmos-Theater. 2012 spielte er – wiederum bei den Salzburger Festspielen – den Hennings in Andrea Breths exemplarischer Inszenierung von Kleists Prinz Friedrich von Homburg oder DieSchlacht bei Fehrbellin im Landestheater.