Anastasia Huppmann

Klavier Rezital


Frédéric Chopin & Franz Liszt
Freunde oder Konkurrenten?

Programm

Frédéric Chopin:
Eine Auswahl an Etüden
Polonaise Nr. 1 cis-Moll Op. 26/1
Polonaise Nr. 2 es-Moll Op. 26/2
Polonaise Nr. 6 As-Dur Op. 53 „Heroique“

Pause

Franz Liszt:
Mephisto-Walzer Nr. 1 S 514
Ungarische Rhapsodie Nr. 11 a-Moll
Ungarische Rhapsodie Nr. 2 cis-Moll

 

 

 

Inhalt:
Die in der Überschrift gestellte Frage, ob die beiden Komponisten nun Freunde
oder Konkurrenten waren, werden wir wohl nicht eindeutig beantworten
können. Zweifellos schätzten die beiden so unterschiedlichen Männer einander
trotz vieler Missverständnisse, Eifersüchteleien und unterschiedlicher Ansichten über Musik und gesellschaftlich-moralische Aspekte. Für die Nachwelt mag vielleicht ein Zitat von Heinrich Heine ausdrücken, wie wir sie in einer Gegenüberstellung sehen: „Der geniale Liszt gibt Konzerte, die einen Zauber üben, der ans Fabelhafte grenzt. Neben ihm schwinden alle Klavierspieler mit Ausnahme eines einzigen, nämlich Chopin, der Raffael der Klaviermusik”.

In diesem Konzert ist eine Auswahl von Werken zweier Komponisten zu hören, die fast gleich alt waren, lange im gleichen Zeitraum in Paris wirkten, dort viele gemeinsame Auftritte hatten, gegenseitig die Konzerte des anderen besuchten bzw. rezensierten und auch privat viel Kontakt hatten. Beide waren sie bekannt und gefeiert und konnten doch nicht unterschiedlicher sein. Liszt, groß, gut aussehend, von leidenschaftlichem Temperament und voll Kraft, Auftrittskünstler ohne Lampenfieber, wurde gefeiert und vor allem vom weiblichen Publikum umschwärmt wie heute ein Pop-Star. Chopin dagegen, eher introvertiert, mit einer gewisse Scheu vor großem Publikum behaftet, verfügte über keine großen physischen Kraftreserven. Er wurde ebenfalls gefeiert, war aber sowohl rein äußerlich mit seinem laut Zeitzeugen aristokratisch wirkendem Auftreten als auch in seiner musikalischen Sprache ganz anders.

Eröffnet wird das Konzertprogramm mit drei von Chopins Etüden aus Op.25, über die Comtesse Marie d´Agoult, Schriftstellerin und Lebensgefährtin Liszts, der sie gewidmet wurden, sagt, sie hätte “seit langem nichts dergleichen Schönes gehört”. Jeder der beiden Komponisten pflegte in seinen Werken die Liebe zu den eigenen nationalen Wurzeln. Der geborene Pole Chopin tat dies mit seinen zahlreichen Mazurken und Polonaisen, von denen sie heute drei hören werden: zuerst die Polonaise Op.26 Nr. 1 in cis-moll im Allegro appassionato mit ihrem Fanfaren ähnlichen Beginn und dem pathetischen Eingangsthema im Gegensatz zu der cantablen Melodie des Mittelteils; dann Op.26 Nr.2 in es-moll mit der dramatisch geheimnisvollen Einleitung zu dem klagenden chromatischen Thema, das in starkem Gegensatz zu dem eher tröstlichen Dur-Teil steht; und als dritte Op.53 in As-Dur, bei deren Anhören George Sand, Schriftstellerin und Lebensgefährtin Chopins ausrief: “ Von nun an sollte diese Polonaise ein Symbol der Heroik sein!“

Im Gegensatz zu Chopin, der sich überwiegend seinem Klavierwerk widmete,
schrieb Liszt auch Orchesterwerke, Opernparaphrasen, Melodramen und
Oratorien und schöpfte seine Ideen gerne aus einer “programmatischen” Vorgabe. Als Beispiel dafür hören Sie den Mephisto Walzer Nr.1 „Der Tanz in der Dorfschenke“ , eines der anspruchsvollen Werke Liszts. Er stellt eine Episode um Faust nach dem Drama von Nikolaus Lenau dar, die nach einem fulminanten, technisch hoch anspruchsvollen Tanz mit Mephistos Sieg
über Faust endet. Auch der in Österreich-Ungarn gebürtige Liszt suchte, ähnlich wie Chopin, seine nationalen Wurzeln und ließ sich in vielen seiner Kompositionen von
ungarischer Volksmusik und Zigeunerweisen inspirieren. So sind Liszts Ungarische Rhapsodien, eine Art Widmung an das ungarische Volk. Es liegen ihnen Volksweisen zu Grunde, die sich durch ungarische Zigeunermusiker traditionell von Generation auf Generation vererbten. Die elfte Rhapsodie impliziert Waldesrauschen, Vogelgezwitscher, Zymbalklänge und feurige Tänze. Die zweite Rhapsodie ist wohl das bekannteste Werk Liszts. Dem schwermütigem Lassan folgt der wildwirbelnde Friska und endet in einer volkstümlichen Szene.

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Samstag 21. Oktober 2017, 19:30 Uhr
Konzert / Altes Theater
Ticket € 20 / 25

Kartenbestellung per email
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